Über neue Dinge im Allgemeinen, Autodidaktik und die besten Photoshop-Tutorials im Web

Als wir das Büro für Alles vor nicht zu langer Zeit ins Leben gerufen haben, wussten wir nichts über Photoshop, wie man eine eigene Webseite baut oder ein Blitzgerät auslöst, das nicht durch den Automatik-Knopf der Kamera gesteuert wird.

Aber wir hatten ein Vorhaben: Wir wollten frei sein und Zeit haben, wir wollten neue Dinge lernen. Wir wollten nicht mehr für fünf Tage in der Woche in ein Büro gehen und hin und wieder erstaunt bemerken, dass erneut ein Jahr vergangen war, beinahe ohne dass wir davon Notiz genommen haben. Wir wollten all diese Dinge schaffen wie jene Menschen, von denen wir immer wieder lesen, die wir bewundern und dann Ausreden finden, genau so weiter zu machen wie zuvor.

Wir kündigten unseren Job und liefen los; und da waren sie plötzlich, all die Möglichkeiten.

Da standen wir im manchmal bedrohlichen Halbdunkel der Welt, abenteuerlustig wie einst als Kind und mit großen Zielen. Wir kannten die Richtung, die wir einschlagen wollten, aber wussten doch nicht, wie den ersten Schritt wagen – und über unseren Schultern schwebte das Damoklesschwert der Sicherheit, das uns stets begleitet und zurückschrecken lässt, all die gut gemeinten Ratschläge von Eltern, Großeltern und Freunden: Dass man doch sehen müsste, dass man ein Auskommen hat, die Altersvorsorge, Krankenversicherung, Bullshit.*

Wir kündigten unseren Job und liefen los, und da waren sie plötzlich, all diese Möglichkeiten. Einen Moment später dann hält man inne und denkt: „Fuck! Ganz von selbst geht es scheinbar irgendwie doch nicht.“ Wir wollten Fotos machen wie diese unglaublichen Fotografen da draußen, deren Bilder uns in ihren Bann ziehen, wir hatten unsere Ideen und Visionen, aber zu Essen sollte doch auf den Tisch. Da standen wir also und sollten die Niederlassung eines großen Unternehmens portraitieren, die Büros durchflutet vom (Gegen)Licht, hatten aber doch noch nie ernsthaft einen Blitz eingesetzt. Es sollte eine Webseite gebaut werden, aber wir hatten den Programmierern in unserer damaligen Firma immer nur gesagt, wie das auszusehen hatte. Beim Programmieren selbst waren wir nie über die Variablendeklaration hinaus gekommen. Jetzt musste man plötzlich htaccess-Dateien erstellen, auf verschiedenste Displaygrößen reagierende Themes modifizieren, Tiefenschärfen berechnen und, ja: Photoshop beherrschen.

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Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem all die Experten und Forenbeiträge für einen Moment nur noch bedrohlich wirken und man an seinem Verstand zweifelt, denn alles ist ja „very easy“ und „straightforward„. Aber das Gute ist ja heute doch: Die Lösung all unserer technischen Herausforderungen liegt vor uns, in diesem undurchdringlichen, grenzenlosen Internet. Für beinahe jede Frage gibt es die richtige Antwort. Das Finden ist das große Geheimnis.

Über Zerstreungskreise und die Qualität von Youtube-Videos

Eine unscheinbare, aber fantastische Abhandlung kommt aus dem Hause Zeiss und handelt von kaum mehr als Zerstreuungskreisen. Und doch haben wir daraus mehr über die Funktionsweise von Kameras und Linsen gelernt als irgendwo sonst.

In Sachen Photoshop versuchten wir es zuerst mit Übermut, dann mit der VHS, und dann wiederum eine Weile mit Tutorials auf Youtube, Blogs, Foren,… – und was haben wir gelernt?

  • Hätten wir früher von Aaron Nace und phlearn.com gewusst, wir hätten unfassbar viel Zeit gespart.**
  • Starthilfe ist großartig, und jede Minute Investition in die grundlegensten Zusammenhänge einer Sache zahlen sich aus, auch wenn es scheinbar am Anfang viel zu lange dauert.

Beinahe alles, was über die Basis-Funktionen der Werkzeuge in Photoshop hinaus geht, wissen wir von phlearn.com. Unser Dank für die Starthilfe geht tatsächlich an die VHS.

Das Team um Aaron produziert die mit Abstand besten Photoshop-Tutorials, die wir im Web gefunden haben, und wir haben eine Menge gesehen! Und wer zum Beipiel schon in den Genuß staubtrockener Drupal-Tutorials von vor sich hin murmelnden Zuhause-Programmierern gekommen ist, weiß die mitreißende und zuweilen komische Art Aarons zu schätzen.

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Inzwischen sieht es gerade gar nicht schlecht aus für das Büro Für Alles. Nach beinahe 9 Monaten merken wir plötzlich, wie viel wir seit den Anfängen dazu gelernt haben. Und damit meinen wir nicht nur ein paar Photoshop-Befehle. Und da liegt dann auch das tatsächliche Geheimnis: Mit was auch immer, fangt‘ an damit. JETZT!

P.S: Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften Daniel Kahneman’s ‚Fourfold Pattern Of Risk Attitudes‚ liefert nicht nur eine faszinierende psychologische und ökonomische Erklärung für unsere Vorsicht, sondern auch einen hervorragenden und wissenschaftlich fundierten Ratschlag: Wann immer eine risikobehaftete Entscheidung zwar Verluste bedeuten kann, der erwartete Ausgang aber positiv für uns ist, sollten wir sie kontextualisieren: Wir werden ein ähnliches Spiel immer wieder spielen, hin und wieder verlieren; über einen langen Zeitraum aber können wir nur gewinnen! Sein aktuelles Buch Thinking, Fast and Slow ist übrigens eine unbedingte Leseempfehlung.

P.P.S.: Ja, das ich auch ein Affiliate-Artikel. Wir sind jung und brauchen das Geld.

P.P.P.S.: Das Semikolon lebt. 1|2|3
P.P.P.P.S.: Bilder © phlearn.com

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